50.000km in 5 years all over the world!

Buenos Dias und Hola aus San Cristobal de las Casas! Nur noch 2 Tagesetappen bis Guatemala! Hab Mexiko die letzten 2 Monate und über 4000km so richtig unter die Lupe genommen und intensiv kennengelernt! Und v.a. nur positive Erfahrungen gesammelt!

Es wurde für mich auch eine Zeit der Rekorde! Ich erreichte meine höchste Geschwindigkeit mit 84km/h, erklomm den für mich höchsten Punkt mit über 5600m und fuhr die meisten Höhenmeter an einem Tag mit knapp 3000m!

Und die 15.000km sind jetzt auch schon voll!

Aber ersteinmal hieß es meinen Freund Holger in Mexiko City abzuholen! Eigentlich versuch ich solche riesen Metropolen zu vermeiden, aber für den Holger hab ich mich gern ins Chaos gestürzt!

Die Anfahrt war super wild und ich verbrachte Stunden auf vollgestopften 3 spurigen Strassen und versuchte abzuwägen auf welcher Spur/Strasse die Chance am geringsten ist zu sterben! Mein Ziel war das Haus von Christin, gebürtig aus der Nähe von Jena! Die Schwester von meinem Freund Tobi hatte ein paar Jahre mit ihr an der deutschen Schule in Mexiko City unterrichtet und den Kontakt hergestellt! Ich wurde wärmstens von Christin und ihrer Familie aufgenommen und von da an sollte es sich viel um Essen drehen!

Ich bekam ein super tolles Gästezimmer mit Blick über die Stadt, könnte mich organisieren und ausruhen! Ich wurde bekocht und bekochte! Dann kam auch schon der Holger am Flughafen an und ich durfte ihn mit dem Pickup von Bernabe, Christines Mann, abholen, was eine super Erleichterung war! Danke fuer alles, war eine tolle Erfahrung!

Am nächsten Tag sattelten wir unsere Hirsche und radelten eine halbe Tagesetappe zu den beeindruckenden Ruinen von Teotihuacan! Dort bestaunten wir die imposante Anlage und bestiegen die drittgrößte Pyramide der Welt.

Holger machte den Vorschlag über den Paso de Cortés zu fahren uns so was muss man mir nicht 2 mal sagen! Es passte super in das Routing und 2 Tage später befanden wir uns auf dem 3700 m hohen Pass, der genau zwischen 2 spektakulären Vulkanen verläuft, von denen der eine auch recht aktiv ist! Die Route war sehr ruhig, bergauf asphaltiert und abwärts Gravel, was sich immer etwas wilder anfühlt und für noch weniger Verkehr sorgt!

Schon des längeren träumte ich von der Besteigung des Vulkans Citlaltépetl, mit 5.636m der dritthöchste Berg Nordamerikas und höchster Berg Mexikos!

War natürlich super einen erfahrenen Alpinisten, wie den Holger bei mir zu haben! Wir fuhren eine recht knackige Etappe bis nach Atzitzintla, ein Örtchen am Fuße des Vulkans auf 2600m und kamen bei kühlen 8 Grad an! Es war immer etwas fraglich ob wir Steigeisen benötigen würden!

Nachdem wir uns im Ort etwas umgehört hatten wussten wir das es ohne nicht geht, da wir kurz vor dem Gipfel ein steiles Schneefeld passieren müssen! In Atzitzintla gab es aber keine Ausrüstung zum Ausleihen! Durch viele glückliche Umstände und rumfragen fanden wir einen Mann, der uns uralte Steigeisen von seinem Vater auslieh, welche wir recht wild mit Spanngurten und Schnüren an unsere Schuhe anpassten!

Am nächsten Tag war unser Ziel die Schutzhütte auf 4600m von der wir am Folgetag den Gipfel erreichen wollten!

Mit erneut etwas Glück bekamen wir eine Mitfahrgelegenheit bis auf 3900m und mussten nur noch knapp 5km bis zur Hütte zurücklegen! Es war trotzdem noch etwas Arbeit da die Luft recht dünne und wir schwer beladen waren, weil es am Berg kein Wasser gibt und wegen meiner ständigen Angst zu verhungern!

Wir hatten die Hütte nur für uns und gingen nicht davon aus, dass sich der Zustand ändert! Als wir uns schlafen legten kam leider noch eine Gruppe von 6 Personen und sie zerstörten die Idylle und lärmten leider noch vie zu lang herum um dann gegen 2 Uhr morgens damit weiter zu machen und super früh zu starten!

Wir entschieden uns mit der Dämmerung aufzusteigen, was letztlich ein super Plan war! Wir waren auf kalte Temperaturen eingestellt, aber es war wärmer als erwartet!

Der Aufstieg war sehr steil und mit zunehmender Höhe nahmen die Pausen zu und das Tempo ab!

Bis auf minimale Kopfschmerzen hatten wir keine Anzeichen für Höhenkrankheit, was in diesen Höhen ein hohes Risiko darstellt! Kurz vor dem Gipfel kamen unsere oldschool Steigeisen zum Einsatz und wenig später standen wir auf dem Gipfel und die Wolken waren so weit unter uns, wie man es sonst nur aus dem Flugzeug kennt! Mal wieder unbeschreiblich Eindrücke und Erfahrungen die Holger und mich für immer verbinden werden!

Wahnsinn!

Plan geschmiedet, Plan umgesetzt!

Vulkan Citlaltépetl 5636m

Die nächsten Tage ging es erstmal wieder durchs Bergland bevor wir auf einem rasanten Downhill über 1500hm verloren und uns in wüsten/ steppenähnlicher, von Kakteenwäldern durchsetzter Landschaft wiederfanden!

Dann hieß es noch einen ordentlichen Anstieg zu überwältigen, bevor wir Oaxaca erreichen sollten, wo wir einige Tage Pause geplant hatten!

Während des Anstieges waren wir auf einmal von 300 Radfahren umgeben, wovon die meisten mit singlespeed Rädern fuhren! Es stellte sich heraus, das wir Teil einer Prozesionsfahrt geworden waren, zur Ehre der Jungfrau von Guadeloupe!

Auf der recht harten Etappe profitieren wir von den Versorgungsfahrzeugen der Pilgerer und wurden regelmäßig mit Früchten ausgestattet! Eine tolle und ungewöhnliche Erfahrung! Die nächsten 2 Wochen teilten wir immer wieder die Strasse mit Gruppen von Pilgeren, die zu Fuß, auf dem Rad oder mit Motorrädern Fackeln und Figuren der Jungfrauen durch die Gegend karrten!

Nach den ereignisreichen Tagen freuten wir uns auf etwas Entspannung und Kulinarisches!

Auf diversen Webseiten informiere ich mich immer über vegan/vegetarische Restaurants und so wussten wir schon, dass uns einiges erwartet! Bevor wir in ein Hostel eincheckten steuerten wir direkt ein vegetarisches Restaurant an und das Essen war mega lecker!

Danach wurde ein Beamer aufgebaut und völlig unerwartet durften wir noch den trashigen Film “ Leningrad Cowboys go to USA!” schauen!

Lässiger Ausklang eines harten Tages!

Die nächsten 2 Tage standen wie gewohnt im Zeichen des Essens und wir durchforsteten die Stadt und fanden eine Menge Leckereien!

Die nächsten Tage hatten wir uns eine Route ausgesucht die uns durch abgelegene Regionen führen und uns einiges abverlangen sollte!

Wir fuhren die nächsten Tagen auf Strassen, die man nicht hätte steiler anlegen können, z.T. Durch Zäune abgesperrt und auch recht ruppig waren! Kann man sich manchmal nicht vorstellen, wie das in der Regenzeit funktionieren soll! Dafür bekommt man immer maximales Abenteuer, maximal Natur und minimal Verkehr!

Die Landschaft wurde tropisch und dschungelig und wir fühlten uns beide an Laos erinnert!

Dschungel

Befanden sich 2 Orte 20km Luftlinie entfernt brauchte man z.T. einen ganzen Tag, da sich die Pisten erbarmungslos steil durch den Dschungel schlängelten und man zahllose Anstiege und Serpentinen bewältigen musste!

In dieser Gegend kam ich auch so niedrig wie schon seit Alaska nicht mehr, dementsprechend heiss wurde es! Abends im Zelt schwitzten wir. Die Wette und seit Kanada bekamen wir zum ersten Mal wieder Gesellschaft von Mücken und anderen nervigen Insekten! 1 Tag später klebten wir und unsere Kleidung, alles juckte und kratzte, unsere Beine waren zerstochen und an diversen Stellen geschwollen! Super Vorgeschmack auf Zentralamerika, haha!

Wenn man in solchen untouristischen Gegend unterwegs ist wird man oft angeschaut, als wenn man von einem anderen Stern kommt!

Grüßt man dann die Menschen kommt oft ein freundlicher Gruss zurück, leider aber auch des öfteren keine Reaktion, was dann auch etwas nervig sein kann, wenn es zu oft der Fall ist!

Die letzten Tage wurde auch das Gehupe wieder etwas mehr!

Das läuft so! Ein Auto kommt dir entgegen, hupt neben dir, du reagierst mit einem Gruß und schaust in das Auto! Dort findest Du ausdruckslose Gesichter vor, ohne jegliche Reaktion und du fragst dich was das soll!

Unter diesen Bedingungen kann hupen echt nervig werden!

Aber ansonsten sind wirklich alle Leute sehr freundlich und hilfsbereit!

Nach 4 echt heftigen Tagen, an manchen schafften wir nicht mehr als 70 km, kamen wir zurück in die “Zivilisation” und fanden die großen und recht stark befahrenen Straßen schnell wieder langweilig!

Während einer Mittagspause fand ich durch Zufall in einer Camping App heraus, dass tolle Wasserfälle auf unserer Route liegen! Da sich unsere Beine nach den Strapazen nicht mehr all zu frisch anfühlten, entschieden wir uns einen Gang runter zu schalten und die Fälle zu besuchen!

Normalerweise sind wir, wenn es um Wasserfälle geht, nicht mehr so einfach zu begeistern!

Die Cascadas El Aquacero, in einen Canyon gelegen, faszinierten uns sehr und wir hatten die beste Dusche unserer Reise!

Cascadas El Aquacero

Am nächsten Tag ging es in den nächsten Canyon! Wir nahmen an einer 2 stündigen Bootstour Teil und durchfuhren dabei den cañon del sumidero! Die Felswände erreichen eine Höhe von 1000m, was sehr beeindruckend war! Ein weiteres Highlight für mich war es mal wieder Krokodile zu sehen, welche auch. Canyon leben!

Tolle Natur!

Seit gestern sind wir nun in San Cristobal auf 2100m und nach der Hitze der letzten Tage ist es hier ganz schön frisch, aber sehr angenehm!

Gestern waren wir zur Feier des Tages in einem vegetarischen Restaurant und aßen leckere Burger und die Pommes waren fast so gut wie die im Delis, in Leipzig!

Es ist super, dass jetzt der Holger da ist und schon beim ersten Mal Zelten waren wir wieder ein super eingespieltes Team! Solche Erlebnisse mit einem guten Freund teilen zu koennen ist was besonderes! Durch Holger hab ich auch wieder etwas neuen Input bekommen, was die Campingküche angeht und seit einer Woche gibt es auch wieder regelmäßig Salat zum Nachtisch!

Das Früchteangebot hier ist auch ein Traum! Vorhin gab es Salat aus Papaya, Grenaldine, Mandarinen und Babybananen! Regelmäßig gibt es auch mal eine Ananas und verschiedenes wo wir den Namen nicht kennen! Paradies!

ESSEN

Hab immer wieder darüber nachgedacht mal kurz über den Tagesablauf auf so einer Reise zu schreiben! Jetzt mach ich es einfach! Vielleicht interessiert es ja jemanden!

Seit dem die Tage so kurz sind ist leider wieder der Wecker dazugekommen, welcher kurz vor der Dämmerung klingelt! Schlafsachen weggepackt, Wasser kochen und Müsli vorbereiten!

Haferflocken, Chia, Leinsamen, Nüsse, Trockenfrüchte, Obst, Zimt und wenn vorhanden Kokosfett!

Das ist alles nach einer Stunde und ein bisschen geregelt und dann gehts ab! Nach knapp 3h erste Pause mit Maistortillas, Avocados, Tomaten, Möhre und Obst! Dann nochmal 2 ½ h und zweite Pause mit Tortillas, Avocado, Erdnussbutter und Obst! Während des Tages werden die Vorräte aufgestockt und für das Abendessen eingekauft! Gegen halb 6 muss man schon wieder einen Zeltplatz gefunden haben, da es 18Uhr wieder dunkel ist! War in Alaska etwas komfortabler! Dann wird gekocht, gefuttert und etwas gelesen oder gelernt und meist schlafen wir schon vor 21Uhr!

Jetzt wisst ihr Bescheid!

Die letzten Tage wunderten wir uns immer wieder über lautes knallen über den Tag verteilt! Das ist Teil der Feiern, wegen den Jungfrauen! So wurden wir heute gegen 6 Uhr wach, da wieder wild rumgeböllert wurde! Am12.12. ist der Höhepunkt der Feierlichkeiten und das ganze hier in San Cristobal!

Als wir vor 3 Tagen Richtung Inland einen Berg hoch fuhren, schauten wir zurück und ich bekam seit Alaska zum ersten Mal seit langem mal wieder das Meer zu Gesicht, von ganz weit weg!

Jetzt noch kurz breakingnews, in 2 Wochen stößt noch der Kimme zu unserer Gruppe dazu! Er wird dann auch bis Anfang Februar mit von der Partie sein, was mich/uns auch riesig freut! Somit ist dann Team Peru/Bolivien 2014 wieder komplett!

Jipiiiiiiiiiie!

Jetzt sind wir beide auf Guatemala gespannt, haben uns schon wilde Routen überlegt und der höchste Vulkan Zentralamerikas steht auch auf dem Programm!

Lieber Holger, danke schonmal fuer die vielen tollen Bilder und ich freu mich auf die naechsten Wochen mit Dir!

Jetzt seit ihr erstmal auf dem neuesten Stand! Ich hoffe ich konnte euch ein wenig unterhalten und auf unsere Reise mitnehmen!

Falls ihr noch eine andere Perspektive des Geschehenen wollt, der Holger hat auch schon 2 schoene Bloegge verfasst!

Sehr lesenswert!

findet ihr hier

https://holgeroffthebeatentrack.wordpress.com/

Vergess enicht die wunderschoenen Bilder in der Photoecke! Waere schade, wenn ihr die verpasst!

Dann bin ich erstmal weg!

Frohes Fest und guten Rutsch

bis die Tage und Oi

Euer Ralf/Rolf/Bademeister/Badi/Badolf/Ralfie/Simon und wie immer Ihr wollt


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