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What a Wonderful World!

Heyho! Sitz grad in ner Bibliothek und fuehl mich n bissl wie ein Student! Haha, Badi der Student! Ne Brille hab ich ja schon auf!

Bin seit einigen Tagen in Colorado! Die Farben der Baeume werden von Tag zu Tag schoener, die Naechte sind frostelig und die Tage warm und sonnig! Gestern gabs mal wieder eine dieser Erfahrungen, die meine Reise so besonders machen! Bin z.Z. in Steamboat Springs und mein Kopf und meine Beine benoetigten mal ne Auszeit vom radeln, weil ich mal wieder zu straff unterwegs war! Steamboat ist im Winter ein populaerer Skiort und was Unterkunft angeht recht teuer und der einzige Zeltplatz nicht schoen und mit 25 Eu pro Nacht ueberteuert! Warmshowers hat auch nicht geklappt! Die einzige kostenlose / guenstige Option war 10km und 500HM auserhalb! Was mit vollbeladenen Hirsch schon ordendlich ist und fuer 1-2 tage pause nicht unbedingt optimal was die Logistik angeht! Etwas frustiert und unmotiviert hab ich mich natuerlich dafuer entschieden! Hab seit Beginn der Reise nur 30Eu fuer Zelten bezahlt und das war beim wandern! Will meinen guten Schnitt in Nordamerika nicht in den letzten Wochen verderben! Wie auch immer! Nach 75min ziemlich steil bergauf kam ich zum National forest Campingplatz an, der voll war! Ich quatschte nen Typ an und wurde mal wieder adoptiert! Zac and Amie lebten 5 Jahre hier und heiraten morgen in der Naehe vom Camp im Wald! Gestern reisten Familie und Freunde aus der ganzen USA an und alle inklusive mir fuhren zu wunderbar natuerlichen und schoen gelegenen Strawberry - Hotsprings, heisse Quellen! Der Ralle in mitten einer Hochzeitsgesellschaft, haha! Was fuer eine Story mal wieder!

Hatte ich schonmal so aehnlich in Australien!

Es hat sich mal wieder gezeigt, das sich der unbequeme Weg meist auszahlt! Was ja im leben oft so ist!

Was fuer ein tolles Gefuehl mal wieder! Es ist der Hammer immer wieder ueberrascht zu werden wie sich jeder Tag aufs neue entwickelt und man nie weiss wie er ausgeht! unbeschreiblich!

My little House

Als ich letztens etwas schwermuetig Barbaras Farm verlies fuer ich ca 1,5 km und 5min und sah nen Radler entgegenkommen! Da ich erst gestartet war hatte ich keine richtige Lust anzuhalten und zu quatschen, was ich natuerlich trotzdem machte! Es war Jan Petter aus Norwegen, der wie ich einst in Ushuaia, Patagonien, losgefahren war vor 1 1/2 Jahren, wir erzaehlten ne Weile und ich ueberzeugte ihn fuer den tag auf barbaras Farm zu bleiben! Da ich einen spaeten Start hatte entschied ich mich mit zurueck zufahren und ich blieb unerwartet noch ne Nacht!

Jan Petter fliegt von Canada nach Suedostasien und will Richtung Europa fahren, so konnte ich einige tips geben und ich konnte Jan Petter etwas ueber Zentral- und Suedamerika ausquetschen! Super! Ich hatte ja noch meinen Nationalparkpass von Kanada, der 2 jahre gueltig ist und 50 Eu kostet. Da der Norweger unterwegs auch wandert war er der Mann fuer den Pass! Ich schenkte ihm den Pass und ihm viel ein, dass er noch columbianische Pesos im Wert von 50 Eu hat! was fuer ein cooles Geschaeft! Wie wuerden Skarhead so schoen singen; pass auf dein Geschaeft auf!

Jetzt gibts kein zurueck, Columbien ist Minimalziel!

Beim studieren der Karten stellte ich entzueckt fest, dass der Yellowstone und Grand Teton NP sehr nah an der Route liegen! So cool im vorbeifahren solche Highlights ohne grossen Aufwand mitnehmen zu koennen! Zwichen den beiden Parks waren zu der Zeit Waldfuere zu gange und ich hatte Glueck, das fuer mich wichtige Strassen rechtzeitig wieder geoeffnet wurden!

Der Yellowstone Park ist DER Nationalpark! Der erste Park in der Geschichte und neben dem Grand Canyon das Ding! Er hat die groesste Dichte an heissen Quellen und Geysiren auf der Welt und liegt auf nem so genannten Supervulkan! Der Park ist natuerlich recht touristisch, es war aber nicht so viel los wie erwartet und so genoss ich diesen beeindruckenden Park sehr!

Es ist ein geiles Gefuehl durch solche Gegenden zu radeln! Auf dem Weg durch den Park gibt es verschidenen Stellen mit heissen Pools, Geysiren und Quellen! So radelte ich durch den Park und bewundertet wie sich das innere der Erde nach aussen wendet!

Pool Yellowstone

Seit laengerer Zeit hatte ich mit dem Gedanken gespielt meine Ausruestung minimal zu verkleinern, jedoch kostet ein das versenden eins kleinen Paketes schon 50Eu, also keine Option! Ich hatte mir ueberlegt, dass ich dt Touristen finden muss, die dann auch noch so cool sind um mir dabei zu helfen! Der Yellowstone war die Chance, da ich sonst viel in eher weniger touristischen Gegenden unterwegs bin! Auf einem der Zeltplaetze im Park hoerte ich dt Sprache und ich witterte die Chance! Stefan, Magie und die 2 Kinder aus Unterhaching waren einige Wochen mit einer befreundeten familie in den USA unterwegs! Sie hiessen mich sofort willkommen und 5min spaeter trank ich ein Bierchen mit Stefan und hatte wieder tolle gesellschaft fuer den restlichen Abend! Ihnen gab ich meinen Bademeisterbeutel gefuellt mit einer langen Radhose, 1 Paar Hanschuhe, Radreisefuehrer, langes Oberteil und Landkarten die ich nichtmehr braucht usw mit nach Hause! Danke dafuer und wie ihr wisst liebe ich es wenn meine Plaene aufgehen!

Am naechsten Tag plauderte ich etwas mit meinen Nachbarn und ihr Plan fuer den Tag war es den beeindruckenden Canyon of the Yellowstone zu besuchen. Der Besuch mit dem Rad war keine Option, da zu weit weg von meiner Route, und so durfte ich mit meinen Nachbarn im Auto mitfahren und durfte dieses Naturwunder auch voellig unerwartet erkunden. SUPER!

P.S. der vom Canyon hat der Park seinen Namen.

Grand Canyon of the Yellowstone

2 Tage spaeter war ich schon im benachbarten Grand Teton NP. Wie ihr seht Hits am Stueck. Dort legte ich 2 Tage pause ein und wanderte 50km.

in diesem Park sah ich ne Menge Wildlife. Ich sah Antilopen, Elche, Hirsche (beide jetzt auch mit riesen Geweihen), Adler...

Ausserdem sah ich auch das erste mal einen Schwarzbaeren beim Wandern. Sonst hab ich sie immer nur am Strassenrand gesehen.

Ich beobachtete ihn aus sicherer Entfernung, da kreuzte ein Huhn zwichen uns beiden. Der Baer erschrak so sehr, das ich wusste das ich mir um Schwarzbaeren, als ernsthafte Bedrohung, keine Gedanken machen muss. Am gleichen Tag versperrte mir auch eine Elchkuh den Wanderweg und gab erst nach minutenlangen Zureden den Weg frei. Durch die ganzen Tiere unterwegs fuehlt sich meine Reise zeitweise ziemlich wild an .

Die beiden Parks waren ein kleiner Umweg von der Mountainbikeroute auf der ich mich weiterhin befinde.

Ich geniess es auf diesen ruhigen und abgelegenen Wegen/ Strassen unterwegs zu sein, fern ab vom Verkehr.

Das Terrain auf dem ich mich z.Z. befinde liegt immer ueber 2000m bis ueber 3000m, deswegen hatte ich die letzten Tage des oefteren Frost am Morgen. Es ist ein tolles Gefuehl auch in solchen Temperaturen frueh aufzustehen und den tag zu beginnen. die Menschheit ich so verweichlicht was die Kompfortzone angeht, das es einfach gut tut einen Schritt zurueck oder auch in die richtige Richtung zu machen.

An einen meiner haertesten Tage mit ueber 2000Hm,105km und 8,5h hatte ich mir einen See zum Zelten ausgeschaut. Kurz vor dem See kam mir ein Jaeger entgegen. Seit Anfang Sepember ist die Pfeil und Bogen - Saison eroeffnet. Der Jaeger meinte, dass nur wenige hundert meter von hier ein Grizzly eine Kuh gerissen hat und er sie grossraeumig bewacht und das Zelten hier keine gute Idee sei. Ich war ganz schoen kaputt und fragte was ich machen soll. Er lud mich zu seinen Camp ein. So fuhr ich eskortiert vom Jaeger an der Kuh, welche gerade von einigen Adlern bearbeitet wurde, vorbei zum Camp. Dort bekam ich noch einige Geschichten von vom Grizzly getoeten Menschen zu hoeren und dachte mir, dass es hier ganz schoen wild zu geht. Einige tage spaeter campte ich noch mal bei Pfeil und Bogen Jaegern.

Adler am Futtern

Tiere in der wildnis zu sehen ist fuer mich immer wieder was besonderes und ich freue mich ueber jedes reg was aus dem wald gesprungen kommt oder auch die ganzen Hoernchen, die hier am rumwerkeln sind!

Dann ging es auch ein paar Tage durch wuestenaehnliche Landschaft, was ne tolle Abwechslung war, wobei mich der extreme Wind schon sehr an Patagonien, am Anfang, erinnert hat. Nach einigen Tagen krassen Wind gegen den Kopf bin ich froh das es wieder bergiger wird und somit der Wind auch an Bedeutung verliert.

Die Great Divide gibt es auch als Weitwanderweg und ab und zu kreuzen sich die wege. Letztens hab ich 4 Wanderer getroffen. Sie wandern die 4oo0km in ca 5 Monaten. Mental ist das nochmal ne ganz andere hausnr als das Fahrrad fahren und ich hab davor grossen Respekt. Mit dem rad ist man ne ganze ecke schneller und flexibler, was Versorgung und Orga angeht.

Uebrigens gibt es die MTB Route welche ich fahr im Fruehling als Rennen. Der Gewinner absolvierte die 4417km dieses jahr mit neuen Rekord. Er benoetigte 13d 22h 51min und verbesserte den alten rekord um 12h.

Das sind 315km jeden tag 14 tage lang. WAHNSINN!!!!!!

Es gibt auch nen Film ueber dieses Rennen! Fuer Interessierte hier der Link zum Trailer!

https://www.youtube.com/watch?v=jhrtPyr1KQI

Wie ihr seht hab ich weiterhin ne grossartige Zeit. Die naechsten Tage werd ich zusehen, dass ich weiter Richtung Sueden komm, da die Paesse noch etwas hoeher werden und ich nicht vom schnee ueberrascht werden wil. Ich hoff das das Wetter haelt und in New Mexico der Monsoon abgeklungen ist. Das werdet ihr alles im naechsten Blog erfahren.

Jetzt ist es 3Uhr nachmittags, die Sonne scheint und die Huegel leuchten goldgelb.

Ich hoff euch gehts allen gut und das der September noch ein bisschen schoen bleibt.

Fotos wie immer. Diesmal Nr 12 Great Divide Montana - Wyoming.

Ach ganz vergessen. Da es ein wenig schwierig ist meinen Namen in amerikanischen Englisch auszusprechen verstehen dei Leute meistens Rolf und nennen mich dann auch so, was mir dann immer eine kleine Freude bereitet, mich innerlich schmunzeln und an meine freunde denken laesst.

FIRERSTARTER

Bis die Tage und Oi!

Euer Ralf/Rolf/Bademeister/Badi/Badolf/ Simon und Ralfie


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